Berichte und Studien

Praxisbeispiel go-innovativ 12 – Holzbauteile mit mehrfach gekrümmten Oberflächen

Die BMWi-Innovationsgutscheine und ein Gelenkarmroboter machen es möglich

Titelbild des Praxisbeispiels Holzbauteile mit mehrfach gekrümmten Oberflächen
© BMWi
Praxisbeispiel 12 – Holzbauteile mit mehrfach gekrümmten Oberflächen

Axel Eigenstetter, Inhaber der Tischlerei Eigenstetter GmbH, hatte die Idee, ein roboterunterstütztes Fertigungsverfahren zu entwickeln, um auf die individuellen Wünsche der Kunden besser reagieren zu können. Die Unternehmensberatung ATI Küste GmbH machte ihn auf das Förderprogramm BMWi-Innovationsgutscheine (go-Inno) aufmerksam, eine kostengünstige und unkomplizierte Möglichkeit, innovative Ideen umzusetzen. „Die Beratung durch die ATI Küste GmbH und die Förderung von 50 Prozent der Beratungskosten im Rahmen von go-innovativ hat uns sehr unterstützt, das Projekt zu realisieren und zum Erfolg zu bringen.“ Von seinen Kunden weiß Herr Eigen­stetter: Die Nachfrage nach individuellen Lösungen zur Einzelanfertigung von Möbeln steigt kontinuierlich. Bisher waren Holzbauteile mit mehrfach ­gekrümmter Oberfläche mit herkömmlichen handwerklichen Verfahren nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu realisieren.

Die innovative Entwicklung

Mit beratender Unterstützung durch die ATI Küste GmbH entwickelte die Tischlerei Eigenstetter GmbH ein Konzept für ein neues Fertigungsverfahren: den mittels Computerkonstruktion (CAD) gestützten Einsatz eines Gelenkarmroboters, der bisher vorrangig für Handhabungsauf­gaben in der Serienproduktion im Einsatz ist. Erstmalig wurde ein leistungsstarker Hochgeschwindigkeitsmotor zur Auf­nahme verschiedener Fräswerkzeuge an einen Gelenk­arm­roboter montiert. Wesentliche Inhalte der Verfahrensentwicklung bilden die CAD-Daten, das Werkstückspann­system sowie die computergestützte Steuerung und Regelung (CNC-Steuerung) einschließlich Programmierung.

Die Beratungsleistung

Das vom Bundesministerium für Wirt­schaft und Energie autorisierte Beratungs­unternehmen ATI Küste GmbH stand dem Unternehmen im Rahmen des Programms BMWi-Innovations­gut­scheine (go-innovativ) zur Seite. Schwer­punkte der Beratung waren die Bewertung und Prüfung der Markt­fähigkeit des Innovationsprojekts, eine Recherche zur Patent- und Markt­situation, die Analyse der technisch-technologischen Machbarkeit des Vorhabens und das Realisierungskonzept.
Nach Abschluss der go-Inno-Beratung wurde das Projekt im Rahmen des BMWi-Förderprogramms ZIM-Einzelprojekte gefördert und konnte erfolgreich zur Produktionsreife gebracht werden. Für herausragende wirtschaftliche Ergebnisse erhielt die Tischlerei Eigenstetter den vom BMWi ausgelobten ZIM-Preis 2014.

Das Unternehmen

Die 1986 als Handwerksbetrieb gegründete Tischlerei Eigenstetter GmbH beschäftigt derzeit zwei Ingenieure, vier Meister und zehn Facharbeiter. Mit dem Innovationsprojekt konnten drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, weitere sind vorgesehen. Durch die erweiterte Produktpalette und das zusätzliche Leistungsangebot gelang es der Tischlerei Eigenstetter GmbH eine gegenüber der Branche überdurchschnittlich hohe Umsatzsteigerung zu erzielen. Inzwischen macht die individuelle Holzmöbelfertigung ein Drittel des Unternehmensumsatzes aus.